Kuratorium Inklusion schreibt Förderpreis aus und wählte neuen Vorstand

Wie jedes Jahr möchte das Kuratorium zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen auch dieses Jahr den bekannten Inklusionspreis vergeben. Dazu ruft es jetzt zur Einsendung von Vorschlägen auf. Der Preis wird sowohl an Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen vergeben, die sich für das Gelingen von Inklusion aktiv einsetzen. Besonderer Fokus wird dabei auf die gemeinsame Freizeitgestaltung von Menschen mit und ohne Behinderung gelegt. Aber auch aus allen anderen Bereichen der Gesellschaft, in der Inklusion gelebt wird, werden Vorschläge und Empfehlungen begrüßt.
Der Preis ist mit 300 € dotiert und wird im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde vergeben.
Vorschläge sind begründet postalisch oder via E-Mail einzureichen:

Behinderungen im Landkreis Hameln-Pyrmont
c/o radio aktiv
Deisterallee 3
31785 Hameln
Mailadresse:  kontakt@kuratorium-inklusion.de

Außerdem wählte das Kuratorium auch einen neuen Vorstand. Andrea Gerstenberger scheidet als bisherige Kassenführerin ebenso wie Nina Schaper als Schriftführerin aus dem Vorstand aus. Neu gewählte Vorsitzende ist Mechthild Clemens. Den Vorstand komplettieren Katja Schütte als Schriftführerin und Constantin Grosch als Kassenführer.

Newsletter 02/2015

Liebe Mitglieder des Kuratoriums,

das Jahr 2015 neigt sich bereits seinem Ende zu, nichtsdestotrotz steht für das Kuratorium noch einiges an:

Förderpreis

 

Im letzten Jahr wurde gezielt auf den Bereich „Inklusion und Arbeitswelt“ wert gelegt. Am Anfang der Diskussion stand nun also, in welche Richtung sich die Kriterien für die Förderpreisverleihung entwickeln sollen. Neben dem klassischen Bereich „Bildung und Jugend“ wurden auch noch weitere Felder wie „Freizeitgestaltung“ genannt. Am Ende wurde sich darauf geeinigt, die Kriterien dieses Jahr wieder offener zu gestalten. Allerdings war man sich auch einig darin, dass es ein tolles Zeichen wäre, einen Anbieter von inklusiven Freizeitmöglichkeiten zu finden.

Die Ausschreibung für den diesjährigen Förderpreis wurde diese Woche verschickt. Einsendeschluss ist der 15.11.2015.

 

Entwicklung des Kuratoriums

 

Bereits in der Vergangenheit gab es Diskussionen über den Inhalt, die Aufgaben und die Zukunft des Kuratoriums. Mittlerweile gibt es im Landkreis Hameln-Pyrmont eine Vielzahl von Initiativen. Auf Kreisebene sei das Forum Inklusion und der Behindertenbeirat genannt, in der Stadt Hameln wird gerade das Netzwerk Inklusion gegründet und in Bad Pyrmont entstand vor kurzem neben dem dortigen Behindertenbeirat das Inklusive Netzwerk Bad Pyrmont e.V.
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Vereine und Initiativen, die auf die eine oder andere Weise mit Inklusion zu tun haben oder sich aktiv um diese bemühen.
Die Frage ist: Wo steht das Kuratorium und welchen Platz soll es einnehmen?

Mitunter gab es in den letzten Wochen und Monaten bereits Gerüchte, die finanziellen Mittel des Kuratoriums seinen längst an andere Institutionen weitergegeben oder zumindest versprochen worden. Das ist natürlich nicht zutreffend.

Richtig ist aber, dass sich der Vorstand Gedanken um eine Weiterentwicklung des Kuratoriums macht. Einerseits ist dies alleine dem Umstand geschuldet, dass sich unsere Kassenführerin Andrea Gerstenberger aus zeitlichen Gründen aus der Vorstandsarbeit zurückziehen möchte, andererseits mit der immer schwereren öffentlichen Identifikation bei Menschen, die nicht detailliert im Inklusionsprozess der Region zu Hause sind.

Eine der vielen Überlegungen ist, dass Kuratorium zu einer Art „Dachorganisation“ für Inklusion im Landkreis weiterzuentwickeln. Viele der Initiativen sind rechtlich nicht institutionalisiert oder bemühen sich nur auf einen regional begrenzten Bereich um die Inklusion. Gleichzeitig werden sich immer wieder professionellere Strukturen gewünscht, die aber ein einziger Verein oder Initiative nicht darstellen kann. Ein „unabhängige Kuratorium“ könnte all diese Initiativen gemeinsam vertreten, vernetzen und fördern und zukünftig gar professionelle Strukturen schaffen. Erste Überlegungen und Gespräche dazu gibt es bereits.

Selbstverständlich kann das Kuratorium auch in der jetzigen Form weiterbestehen. Die Förderpreisvergabe hat sich über die Jahre etabliert, auch wenn es z.B. durch den Behindertenbeirat des Landkreises mittlerweile ähnliche Verleihungen gibt. Trotz allem wünschen auch wir uns vom Vorstand eine höhere Beteiligung der Mitglieder. Auf der letztjährigen Mitgliederversammlung waren leider kaum Mitglieder anwesend.

Wie bereits im letzten Newsletter angesprochen, wünschen wir uns einen regen Austausch mit Ihnen und hoffen auf ein Feedback.

Mitgliederversammlung 2015

 

Auch aus diesen Gründen laden wir daher recht herzlich zur diesjährigen Mitgliederversammlung ein. Eine offizielle Einladung wird Ihnen noch zugehen.
Inhaltlich wird es um die Förderpreisverleihung, sowie über die Zukunft des Kuratoriums gehen.

16.11.2015
18:00 – 20:00 Uhr
Radio Aktiv, Deisterallee 3, 31785 Hameln

Wir hoffen auf zahlreiche Teilnehmer und verbleiben bis dahin

 

mit freundlichen Grüßen,

Newsletter 01/2015

Liebe Mitglieder des Kuratoriums,

wir hoffen, dass Sie alle ruhige Feiertage genießen konnten und gut in das neue Jahr 2015 gerutscht sind. Wie angekündigt möchten wir uns mit diesem Newsletter regelmäßig an Sie wenden:

Mitgliederversammlung 2014

 

Am 10.12.14 fand die diesjährige Mitgliederversammlung in den Räumen von Radio Aktiv statt. Neben der Genehmigung des Protokolls der letztjährigen Versammlungen und dem Bericht des Vorstandes, welchen Sie im Groben dem letztmaligen Newsletter entnehmen können, wurde auch die Jahresrechnung genehmigt. Diese weist nun einen Kontostand (07.12.14) von 11.629,27 € auf und verbesserte sich damit gegenüber zum Vorjahr um 909,77 €. Darüber hinaus wurden weitere wichtige Themen besprochen (s. Protokoll und unten).

Förderpreis

 

Im letzten Jahr wurde gezielt auf den Bereich „Inklusion und Arbeitswelt“ wert gelegt. Am Anfang der Diskussion stand nun also, in welche Richtung sich die Kriterien für die Förderpreisverleihung entwickeln sollen. Neben dem klassischen Bereich „Bildung und Jugend“ wurden auch noch weiteren Felder wie „Freizeitgestaltung“ genannt. Am Ende wurde sich darauf geeinigt, die Kriterien dieses Jahr wieder offener zu gestalten. Allerdings war man sich auch einig darin, dass es ein tolles Zeichen wäre, einen Anbieter von inklusiven Freizeitmöglichkeiten zu finden.

Außerdem wurde über die Bezeichnung des Förderpreises gesprochen. Dabei ging  es vor allem um die Jahreszahl. Bisher wurde der Förderpreis immer rückwirkend verliehen, weshalb dieser z. B. in diesem Jahr „Förderpreis 2014“ heißen würde. Dies empfinden aber nicht wenige als verwirrend und lässt auch wenig spiel in Terminierung, da die Verleihung immer möglichst am Jahresanfang erfolgen sollte. Vor allem um es der Öffentlichkeit und Presse besser vermitteln zu können, wurde sodann beschlossen, auf eine aktuelle Bezeichnung zu wechseln. Der diesjährige Förderpreis wird also dem Jahr 2015 gewidmet.

 

Entwicklung des Kuratoriums

 

Am Ende der Mitgliederversammlung wurde grundsätzlich über die Entwicklung und die Aufgaben des Kuratoriums gesprochen. Auf der einen Seite ergibt sich mittelfristig ein rein praktisches Problem, welchem aber eigentlich gute Nachrichten zu Grunde liegen: Das Kuratorium verfügt mittlerweile trotz verschiedenster einmaliger Aufwendungen im letzten Jahr über hohe Rücklagen. Es ist schwer vermittelbar, warum unter diesen Voraussetzungen das Kuratorium von Dritten bezuschusst werden sollte und insbesondere das Finanzamt von der Notwendigkeit dieser Mittel überzeugen werden kann – Stichwort „Gemeinnützigkeit“. Es gab daher die Überlegung, die Mittel langfristig abschmilzen zu lassen. Unteranderem wurde die Idee laut, man könne einmalig eine besonders „inklusionsorientierte“ Schule oder Kita mit einer höheren Summe für wertvolle Projekte unterstützen.

 

Zu dieser „Problematik“ gesellte sich zudem die Frage, wohin sich das Kuratorium langfristig entwickeln soll. Besonders im Bildungsbereich gibt es z. B. durch das Forum Inklusion des Landkreises ein weitaus aktiveres und breite aufgestelltes Bündnis für Inklusion.  Wir, der Vorstand, sind uns bewusst, dass das Kuratorium aus verschiedenen historischen Gründen aufgebaut wurde. Aktiv betreibt das Kuratorium aber derzeit nur die Förderpreisverleihung und ggfs. einzelne, einmalige Veranstaltungen wie die kommende Podiumsdiskussion.

Wir wollen Sie daher über diesem Wege fragen, welche Aufgaben Sie langfristig für das Kuratorium sehen, welche Aktivitäten Sie sich wünschen.

 

Auf ein inklusives Jahr 2015,
Ihr Vorstand

Newsletter 01/2014

Liebe Mitglieder des Kuratoriums,

wir möchten uns mit diesem Newsletter, den wir zukünftig mindestens halbjährlich verschicken möchten, an Sie wenden und über die letzten Aktivitäten informieren.

Förderpreisverleihung 2013

 

Am 03.04.2014 verliehen wir den diesjährigen Förderpreis an die Hamelner Kanzlei „Anwaltshaus sei 1895“. Zum ersten Mal setzte das Kuratorium bei der Ausschreibung des Preises den Schwerpunkt auf ein Thema, welches bei der aktuellen Debatte rund um Inklusion häufig zu kurz kommt: Arbeit & Wirtschaft.

Neben inspirierenden Grußworten der Hamelner Bürgermeisterin Wehrmann, der Kreisrätin Broistedt, sowie der Direktorin der Agentur für Arbeit Frau Rose wurde als kleine Überraschung auch ein Glückwunschschreiben aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales von der parlamentarischen Staatssekretärin Frau Lösekrug-Möller verlesen.

Nach einem musikalischen Zwischenspiel von Hanno Steffen und Andreas Regel trug Herr Lohmann, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Unternehmer im Weserbergland, seine Laudatio auf den Preisträger vor.

Dabei gewährten die Mitarbeiterinnen des Anwaltshauses, Frau Seddig und Frau Geske, Einblick in den Arbeitsalltag der Kanzlei und wie es ihnen ermöglicht wird, dort arbeiten zu können.

Zum Abschluss bedankte sich Rüdiger Zemlin für das Anwaltshaus. Dr. Hülsemann, Fachanwalt für Arbeitsrecht, blickte sodann in die Zukunft und versicherte dem Kuratorium, dass man sich auch bei der geplanten Podiumsdiskussion zum Thema “Inklusion und Arbeitswelt” beteiligen wolle.

Einen gesamten Bericht mit entsprechendem Bildmaterial und Auszügen aus den Reden finden Sie auf der Webseite des Kuratorium.

Webseite und Soziale Netzwerke

 

Das bringt uns gleich zur nächsten Neuerung. Endlich ist das Kuratorium auch im Internet auffindbar. Unter der Adresse www.kuratorium-inklusion.de können nun Informationen und Berichte zum Kuratorium abgerufen werden. Selbstverständlich ist es dort auch möglich an das Kuratorium zu spenden und Mitglied zu werden.

Probieren Sie es doch gleich mal aus und lesen sich unseren Kommentar zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen durch!

Flyer und Aufsteller

Neben einer neuen Webseite haben wir auch neue Flyer erstellt und drucken lassen. Auch diesen können Sie auf der Webseite im Bereich „Über uns“ finden und gegebenenfalls ausdrucken und verteilen.

Außerdem steht uns nun für Veranstaltungen ein sog. Roll-Up-Aufsteller zur Verfügung.

Ausblick 2015

Auch für 2015 haben wir uns wieder einiges vorgenommen. Neben der traditionellen Förderpreisverleihung wird es Anfang des Jahres die versprochene Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeit mit Behinderung“ geben. Ganz konkret wird die Veranstaltung am 11.02 stattfinden. Mit dabei werden u.A. die Parlamentarische Staatssekretärin aus dem BAMS und MdB Lösekrug-Möller und der bekannte Behindertenaktivist und Autor Raúl Krauthausen sein.

Kommentar zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen

Alle Menschen sind behindert. Jeder der auf Hilfe, in welcher Form auch immer, angewiesen ist wird behindert. Kinder brauchen eine helfende Hand, ebenso wie wir alle im hohen Alter Unterstützung benötigen. Dabei haben manche Menschen das Glück vorübergehend eigenständig und selbstbestimmt auf Hilfe verzichten zu können. Aber selbst dann wird man durch Rahmenbedingungen und Lebenssituationen behindert. Jedes Elternteil mit Kinderwagen oder Verunfallte mit Gipsbein kann das bestätigen.

Aber nicht nur materielle Barrieren führen zu Behinderungen. Nicht Wenige haben Schwierigkeiten politischer Debatten zu folgen, im Verstehen von fremden Sprachen oder sich gegenüber unbekannten Menschen emotional zu öffnen. All diese Facetten zeigen, wie das gesellschaftliche Zusammenleben auf der einen oder anderen Art jeden Menschen behindert.

Heute ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen. Gerne wäre ich bei einer Kundgebung in Berlin, doch wie es der Zufall will, ist es der Deutschen Bahn nicht möglich behinderte Menschen zu gewissen Zeiten mit dem ICE zu befördern. Alleine daran ist schon erkennbar, dass Menschen noch immer in elementaren Rechten behindert werden. Und auch wenn wir in Deutschland schon viel zum Erreichen des Ziels „Inklusion“ und der Gleichstellung aller Menschen getan haben, so ist es das Verständnis für den Begriff, der uns im Erreichen des Ziels aufhält. Für mich ist Inklusion ein gesellschaftlicher Wert, der fundamental für unser friedliches und liberales Zusammenleben ist. Inklusion zwingt uns, uns ständig im Wandel zu befinden. Inklusion ist der immerwährende Prozess allen die gleichen Chancen und Möglichkeiten zu gewähren. Die Chance auf einen Arbeitsplatz, ein Aufwachsen in Frieden, auf Bildung, auf das feierliche Bier mit Freunden oder die Möglichkeit von A nach B zu kommen.

Ich möchte dazu aufrufen, Inklusion als ein Recht zu begreifen, das jedem Einzelnen nützt. Für eine barrierefreie Welt, in der die Mutter mit dem Kinderwagen nicht durch Stufen vor Geschäften behindert wird. Für eine vorurteilsfreie Welt, in der der Name nicht Grund für einen Ausschluss bei der Arbeitssuche ist. Und für eine Welt, in der jedes Kind die Möglichkeit erhält zu erkennen, dass jeder Mensch verschieden Fähigkeiten und Schwächen haben kann.

Diese Welt kann, wird und fängt in Hameln-Pyrmont an, nicht zuletzt mit dem Kuratorium zur Förderung von Menschen mit Behinderung.

-Constantin Grosch